Die moralische Farce des Internatslebens

​Es ist das Paradoxon unserer geschlossenen Gesellschaft: Nach außen hin wird das Internat als Hort der Zivilisation verkauft. Man propagiert Gewaltlosigkeit, Anstand und die Überlegenheit des Geistes. „Gewalt ist die Zuflucht der Unfähigen“, heißt es in den Gemeinschaftssälen.

​Doch wie sieht die Realität aus, wenn es um das Territorium des Herzens geht?

​Sobald man einer jungen Frau Aufmerksamkeit schenkt, deren Partner (oder Ex-Partner) eine gewisse physische Präsenz im Haus genießt, bröckelt das moralische Fundament der Umstehenden. Plötzlich ist von Werten keine Rede mehr. Stattdessen raunt man einem warnend zu: „Vorsicht, dieser Mann ist extrem schlagkräftig!“

​Man muss sich fragen: Ist das nicht die reinste Form der Gewaltverherrlichung? Wer die physische Überlegenheit eines anderen als Argument nutzt, um ein Verhalten zu unterbinden, hat vor dem Recht des Stärkeren bereits kapituliert. Es ist eine intellektuelle Bankrotterklärung, die Maske des Pazifismus zu tragen, während man im Hintergrund mit den Muskeln anderer droht.

​Ein edler Geist beugt sich dem Argument – ein Knecht beugt sich der Faust.

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