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Der kühne Kiffer und die verschossenen Cracker
Ein guter Kiffer weiss die Zeit zu schätzen, indem er die Abstände des Konsums einhält, um ihn noch als Genuss zu verinnerlichen.
Die Cracker erzählen, wie schlecht es ihnen geht, halten 20 Franken in der Hand bereit, um den nächsten Rausch zu erhalten. Man würde nie Drogen benutzen, um ein Problem zu überdecken – solange es nur Genuss ist, bleibt es unproblematisch. Wenn dann aber die Zeit nur noch damit beansprucht wird, den Schleier zu nutzen, ist es eine Sucht, und da ist das Geld der Nerv aller Dinge.
Zum chronischen Kiffer möge man sagen: Er ist nicht mehr in der Lage, die Qualität zu unterscheiden, da es nur noch ums Wegschiessen geht. Dasselbe gebührt auch dem Sommelier – würde er jeden Tag Wein trinken, nähme seine Feinfühligkeit, die Qualität des Weines exaltiert zu differenzieren, ebenfalls messbar ab.
Drogen, ob legal oder illegal: Die Sucht bringt es dahin, dass du es nicht mehr unter Kontrolle hast und somit vergisst, in welcher Freude die Abstinenz und die Natur nach Freude singen.
In der Gassenküche sieht man, wie sich die Leute vor der Öffnung um eine Mahlzeit anstellen. Doch ist jemand da, der wie eine Eule über die Menschen wacht und sie versorgt. Man merkt schnell, wie sie trotz ihres Hungers sich für die Drogen entscheiden und das Essen vollumfänglich auslassen. Das ist eine doppelte Strafe – zumal mangelnde Ernährung ihre Konsequenzen erst dann zeigt, wenn es ohnehin zu spät ist. Von daher wäre es ein guter Leitsatz: Erst die Mahlzeit, dann der Genuss!
Die moralische Farce daran: Ein Randständiger respektive ein Drogensüchtiger kann dankbar sein, von der Gassenküche Gebrauch zu machen. Aber diese schöne Geste wird untergraben durch das Geschehen der Süchtigen, die meinen, auf dem Areal der Kirche noch hartes Zeug konsumieren zu müssen!