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Die Grenzen und Herausforderungen der Astrologie II
Meine Leute, ich habe hier im Werk bereits am 18.11.2024 über Astrologie geschrieben. Da ich mein ursprünglicher langer Text damals durch eine KI zusammenfassen lies, war ich beim erneuten Lesen nicht zufrieden damit, wie meine Gedanken dort preisgegeben wurden. Deshalb habe ich mir die Freiheit genommen, den Text noch einmal neu und ausschließlich durch meine eigene Linse zu formulieren. Ich hoffe, ihr spürt beim Lesen den verbesserten, menschlichen Lesefluss!
Die Astrologie ist faszinierend durch ihre Verbindungen zwischen den Himmelskörpern und dem menschlichen Gemüt, das meint, daraus etwas ablesen zu können. Ihre Einblicke bieten einen tiefen Einblick in das kulturelle wie auch das spirituelle Erbe. Doch man fragt sich: Darf sich die Astrologie der objektiven Wahrheit behaupten, oder ist sie zu Recht als eine Kunstform der Wissenschaft abgetan?
Einst möge klargestellt werden, dass die Sternbilder von den Menschen gedeutet wurden; je nach Kontinent haben sie sich nur selten überschnitten. Die Positionen der Planeten erfolgen durch Impulserhalt: Das heißt, sie driften so lange um die Sonne, bis ein fremder Körper dem entsprechenden Planeten Energie abnimmt, was ihn langsamer umrunden lässt; oder ein fremder Körper überträgt ihm Energie in Fluchtrichtung, wodurch er schneller umrundet. Es ist egal, wie klein das Objekt sein mag – wie wir bekanntlich wissen, geht keine Energie verloren, da sie immer übertragen wird. Die Planeten sind fix in ihrer Position gebunden und haben keinen Einfluss auf die Kräfteflüsse anderer Planeten. Würden sie es haben, wie die Astrologie es deutet, dann wäre in unserem Sonnensystem ein Chaos und unser Leben gäbe es gar nicht. Zudem käme schier niemand zur Astrologie, wenn er die physikalischen Verhältnisse verstünde. Wenn man erklären würde, wie viel Tesla der Jupiter in Opposition auf Erden hat, dann sind es 0,6 Femtotesla – das ist 10¹¹ mal schwächer als unser Erdmagnetfeld. Es ist messbar in abgeschirmten Laboren, hat aber keinen biologischen, geophysikalischen oder technischen Einfluss auf die Erde! Unsere Himmelskörper sind also primär durch physikalische Prinzipien bestimmt und nicht durch Mythen respektive symbolische Deutungen.
Da wir schon bei Jupiter sind, möge erläutert werden, dass er durch seine Größe mit der Anziehung fremder Objekte schützend auf die inneren Planeten wirkt. Einzig wie im Heidentum ist Jupiter der orange Thor, der die Erde schützt! Er fängt Kometen, Asteroiden und Meteoroiden ab, aber jüngste Berechnungen belegen, dass er gewisse Objekte auch beschleunigt.
Historische Belegungen zeigen, dass die Astrologie nur auf die sichtbaren Himmelskörper beschränkt war. Durch die Entdeckungen weiterer Gasriesen nach Saturn kamen Uranus, Neptun und der damals äußerste Planet Pluto hinzu. Die astronomische Perspektive wurde erweitert, ebenso wurde es ohne Überprüfung der Astrologie zugewidmet, um erweiterte Deutungen zu bewerkstelligen. Der Pluto wurde 2006 zum Zwergplaneten degradiert, und in der astrologischen Deutung wurde das nicht berücksichtigt.
Das andere Problem ist die Präzession der Erdachse. Es ist eine Kreiselbewegung der Erde, die alle 25.700–25.800 Jahre ihre geodätischen Punkte am Himmel wieder erreicht. Aber um es ausführlich zu machen: Schau dein Geburtsdatum an, was ist an diesem Tag astrologisch? Aber wo steht die Sonne wirklich astronomisch? Sie ist einen Monat retourversetzt, und man ist an dem Tag in jenem Sternbild, in dem die Sonne wirklich steht. Hinzu kommt das 13. Tierkreiszeichen, der Schlangenträger (Ophiuchus), der zwischen Skorpion und Schütze seine Heimat findet. Wieso wird er nicht befolgt? Liegt es wahrlich an der Zahl 13? Diese Zahl ist nicht bloß dem Aberglauben gewidmet, sondern vielmehr ein menschliches Ordnungsbedürfnis!
Astrologie mag selbst für mich interessant sein, was die einen meinen ablesen zu können. Aber wäre es nicht eine höhere Kunst, es für sich selbst mit den Maßstäben des Universums einzuordnen? Wissenschaftlich, wenn es durch die Augen der Astronomie betrachtet wird, ist Astrologie genau dasjenige, das sich nicht an neue wissenschaftliche Gegebenheiten angepasst hat; die überholten Konzepte lassen ihre Glaubwürdigkeit unglaubwürdig wirken. Zudem sei man sich des Barnum-Effekts bewusst. Er besagt, dass das Gefragte so vage erklärt wird, indem du selbst dir das Gefühl gibst, es stimme. Aber was bringt dir 50 % Gewinn respektive 50 % Verlust? Wenn wir also wirklich durch die Konstellation der Gestirne Tatsachen ablesen können, warum ist das Lotto immer noch schwerfällig?
Wer aufrichtig bei sich selbst forschen möchte und klare wie unklare Antworten des Selbst haben will, dem ist ein Versuch mit den Tarot-Karten wert! Viele scheuen sich davor, aber in Wirklichkeit interpretierst du dich selbst!
Manche mögen sich fragen, warum ich abrupt zum Tarot übergehe. Der Unterschied ist fundamental: Während die Astrologie dir Worte in den Mund legt und Wahrheiten über dich behauptet, die sie nicht kennen kann, ermöglicht das Tarot etwas anderes — es lädt dich ein, dich selbst zu befragen und zur eigenen Antwort zu gelangen.
Du musst dich nicht an das Reglement des Tarot halten. Es genügt, die 78 Karten zu mischen und dabei eine Frage in dir zu tragen. Stelle dir keine leichtfertigen Fragen — denn oberflächliche Fragen erzeugen oberflächliche Antworten. Lege die 78 Karten anschliessend in einer Reihe aus, fahre mit der Hand etwa zwei Zentimeter darüber hin und her, und dort, wo du einen inneren Ruck oder einen Zug spürst, liegt die entsprechende Karte — und mit ihr deine Antwort.
Wer die Astrologie als Identitätsstiftungsmaschine nutzt, liegt im Tun nicht zwingend falsch. Doch der Astrologie gebührt die Desubjektivierung. Beim Tarot hingegen konfrontiert man sich direkt mit dem wahren Kern des Seins – dessen Antworten in ihrer Kongruenz weit über das hinausgehen, was eine bloße Deutung des Tarot-Lesens vermuten lässt.