Alles was auf dieser Seite steht, dient der Unterhaltung und muss nicht zwingend ernst genommen werden.
Feuer
Es gibt ein Feuer, das sich jeder Absicht entzieht.
Es lodert nicht auf Zuruf,
sondern erst im stillen Einverständnis der Seele,
wenn der Docht des Inneren bereit ist,
den Funken des Unbenennbaren aufzunehmen.
Alles Schöpferische beginnt dort,
wo kein Wille drängt und kein Anspruch befiehlt—
nur die sanfte Erhebung des Geistes,
der sich aus der Tiefe löst,
um in einer neuen Gestalt sichtbar zu werden.
Worte entstehen nicht aus Pflicht,
sondern aus jener geheimen Resonanz,
in der das Unausgesprochene eine Stimme findet.
Edle Sprache beugt sich keinem Auftrag;
sie ist eine Ankunft, kein Befehl.
Sie erscheint wie Morgenglanz auf ruhendem Wasser:
nicht gemacht, sondern empfangen.
Wer solche Worte trägt,
führt kein kalkuliertes Werkzeug,
sondern hinterlässt Spuren seines innersten Atems—
Überbleibsel einer Seele,
die sich durch Tiefe läutert
und durch Höhe bezeugt.
Und so wird jedes echte Wort
zum stillen Testament des Werdens:
ein Funke, geboren aus dem Schatten,
getragen vom Licht,
bewahrt im Raum zwischen beiden.